Pella Tours

In einer Falte zwischen den Hügeln gelegen, von denen aus man das Jordantal überblicken kann, war Pella perfekt gelegen, nicht zuletzt wegen seiner ergiebigen Quellen. Ihren heutiger Mangel an Wasserreichtum verdanken Sie dem modernen Pumpenhaus, dass eine der liebenswertesten Plätze Jordaniens verschandelt.

Ausgrabungen (von Amerikanern 1985 und 1967, seit 1979 von Australiern) legen die komplexen Schichten der Geschichte Pellas frei. Der Haupthügel, seit der Neusteinzeit bewohnt, beherbergte Siedlungen aus der Kupfer- und der frühen Bronzezeit. Aber das am meisten bezeichnende frühe Monument liegt südlich der Stätte – ein großer Tempel aus der mittleren Bronzezeit, mit riesiegen Steinmauern, die auf einer früheren Lehmziegelmauer erbaut wurden. Dieser wurde in kleinerer Form wiederaufgebaut, vermutlich nach einem Erdbeben. Mehr Zerfall in der Eisenzeit, sowohl im 10. als auch im 9. Jahrhundert v. Chr. , führte zu erneutem Wiederaufbau, jedes Mal etwas kleiner als zuvor.

Die erste literarische Referenz zu diesem Ort stammt ebenfalls aus der mittleren Bronzezeit, dem 19. Jahrhundert v. Chr. , in ägyptischen Textquellen als Pihilium oder Pehel bezeichnet. Es war ein aktives Handelszentrum mit Verbindungen nach Syrien, Zypern und Ägypten, denen Holz für Wagenachsen geliefert wurde.

Bei der Teilung des Reiches Alexander des Großen wurde sein Name in Pella geändert – entweder um Alexanders Geburtsort zu ehren oder als hellenische Version von Pehel, oder beides zugleich. Auch der arabische Name Tabaqat Fahl stammt von seinem altertümlichen Namen, da das arabische „f“ vom aramäischen „p“ abstammt.

Pella wechselte mehrfach seine Herrschaft zwischen den Ptolemäern und den Seleuziden und 83 v Chr. wurde es von Alexander Jannaeus geplündert. Nach seiner Befreiung durch Pompeji im Jahr 63 v. Chr. verbesserte sich Pellas Schicksal als eine der Städte Decapolis. Seine einzigen erhaltenen römischen Monumente sind die kargen Überreste eines kleinen Theaters, eines Badehauses und ein Nymphäum, sowie eine dünne Mauer von einem Tempel Serapis im Süden der Hauptkirche.

67 n. Chr. nahm Pella vor der Zerstörung Jerusalems durch Rom flüchtende Christen auf. Später wurde es bischöflicher Sitz und die Bischöfe nahmen am ökumenischen Rat der Kirche Teil. Der Reichtum setzte sich in der byzantinischen Periode fort, als die Siedlung sich ausweitete und mehrere Kirchen gebaut wurden.

635 siegte die islamische Armee in der Nähe Pellas erstmals über die Byzantiner, gefolgt von einem weiteren Sieg nur ein Jahr danach in der Nähe des Flusses Yarmouk weiter nördlich. Pella war über hundert Jahre lang eine strebsame Stadt der Umayyaden, mit einer attraktiven Wohngegend auf dem Hügel. Einige feine Tonarbeiten der Umayyaden wurden hier gefudnen, die in den Brennöfen Jerashs hergestellt wurden. Aber die Stadt wurde 749 durch ein massives Erdbeben praktisch zerstört – ein einem der Häuser haben die Grabungsarbeiter zwei umschlungene Skelette einer Frau und eines Mannes gefunden, die sich aus Angst vor dem Erdbeben zusammengekauert hatten. Die Frau trug ein Kleid aus chinesischer Seide.

Der Ort blieb in den Perioden der Abbasiden und der Mamluks besetzt, war nun aber kleiner und ländlicher geprägt. Ein Lehmziegelsteindorf stand noch bis 1967-68 auf dem Hügel, als die Einwohner an einen Ort weiter den Hügel hinab umgesiedelt wurden, um Israelischen Luftangriffen aus dem Weg zu gehen.