kerak castle, Karak

Diese fantastische Kreuzritterburg- Crak des Moabites oder Der Stein der Wüste für die Kreuzritter – steigt über dem Wadi und die Hügel empor wie ein großes Schiff, dass auf den Wellen der Felsen reitet. Es liegt strategisch inmitten fruchtabren Landes, an uralten Kreuzungen zwischen der nordsüdlichen Handelsroute der königlichen Landstrasse und der ostwestlichen Route die vom Toten Meer den Wadi Karak hinaufführt und zur Spitze der östlichen Wüste verläuft. Karaks Ursprung geht mindestens zur späten Bronzezeit zurück. In der Eisenzeit, als Kir-haraseth, war es unter König Mesha (ca. 853-380 v. Chr.) ein wichtiger Ort von Moab. Später wird es auch in Jesajas Prophezeiungen erwähnt, in denen er auf ziemlich merkwürdige Weise Untergangsnachrichten mit der Nennung von etwas, was wohl eine lokale Köstlichkeit war, vermischte – „Lasst jeden über Moab klagen. Klagen, äusserst schuldbewusst, für die Rosinenkuchen von Kir’hareseth“ (Is. 16:7). Schnitzereien, Säulenrollen und Inschriften zeigen an, dass es sich um eine bedeutende Stadt der nabatanischen, römischen und byzantinischen Zeiten handelte – es prägte seine eigenen Münzen im 3. Jahrhundert und es erscheint in herausstechender Form in der Mosaikkarte von Madaba als Characmoba. Aber diese früheren Orte wurden von der neuen Kreuzritterburg in die Vergessenheit gedrängt.

Die Kreuzritterprovinz östlich des Jordangrabens, Oultejourdain, war zunächst in Montréal (Shobak) gelegen. Aber 1142 schätzte der Herrscher der Provinz, Payan le Bouteiller, Karaks Position strategisch wichtiger ein und begann die Arbeit an der neuen Burg. Es wurde von der Millyfamilie fertiggestellt, die nach 1161 Herrscher ¨ber die Provinz waren und dort in einem glorreicheren Stil lebten als jeder westliche König.

1177 heiratete Etiennette de Milly, Erbin von Oultejourdain, ihren dritten Ehemann Renaud de Chtillon, einen der grausamsten und heuchlerischsten Kreuzritter. Nach Renauds wiederholten Attacken auf muslimische Pilgerkarawanen und -schiffe 1181 und 1182, einen Drusen missachtend, nahm Saladin, der Führer der Ayyubiden, Rache. Seine Belagerung von Karak 1183 fiel mit der Hochzeit von Etienettes Sohn Humfried von Toron und der Prinzessin von Jerusalem zusammen. Etienentte schickte Saladin diplomatischerweise ein Hochzeitsmahl, der sich daraufhin nach dem Aufenthaltsort des Brautpaares erkundigte und die Bombardierung des ihm genannten Turmes daraufhin aussetzte. Am Ende musste er seine Belagerung aufgeben, genau wie im darauf folgenden Jahr.

Nach der Niederlage der Kreuzritter bei der Schlacht von Hattin im Jahr 1187 war Saladins Zorn über Renaud (der seine brutalen Raubzüge auf Pilgeer fortsetzte) so groß, dass er ihn persönlich köpfte. 1188, nach einer einjährigen Belagerung, ergab sich Karak schliesslich Saladins Armee – die Alternative wäre der Hungertod gewesen.

Karak blieb in Ayyubidischen Händen bis der Mamluk-Sultan Baybars es 1264 einnahm. Er und seine Erben bauten einen Großteil der Burg wieder auf, was den arabischen Reisenden Ibn Battuta beeindruckte – er sprach davon, dass man es „Die Burg des Rabens“ nannte. In ottomanischen Zeiten wurde Karak von örtlichen Familien beherrscht. Nach den Ersten Weltkrieg wurde es britisches Verwaltungszentrum, bis die Emirate Transjordaniens 1921 gegründet wurden. Es ist heute noch Zentrum eines sehr großen Distrikts.